Was ist EOTRH?

Unter EOTRH versteht man eine schmerzhafte, progressiv fortschreitende Paradontalerkrankung, mit Resorption und/oder Hyperzementose der Zahnwurzeln als Leitsymptom. Von dieser Erkrankung sind überwiegend die Schneide-/Hengstzähne älterer Pferde betroffen, jedoch kann EOTRH auch bei jüngeren Pferden vorkommen.

Die Erkrankung verursacht eine Entzündung des Zahnhalteapperates sowie des Zahnfleisches. Als körpereigene Reaktion kommt es zu  einer verstärkten Aktivität der Odontoklasten, wodurch es zu zahnsubstanzauflösenden Prozessen im Wurzelbereich kommt.  Als Reparaturmechanismus versucht der Körper die geschädigten Zahnbereiche zu stabilisieren und lagert in zunehmender Dicke Zahnzement um die Wurzel ab. Dadurch entstehen klobige Auftreibungen oder Auflösungen um die Zahnwurzel, welche manchmal bereits unter dem Zahnfleisch erkennbar sind.  Zusätzlich zieht sich das Zahnfleisch immer weiter zurück. Durch diese Prozesse kommt es letztendlich zur Lockerung der betroffenen Zähne.

Ursachen

Eine genaue Ursache für EOTRH ist bisher unbekannt. Vielmehr werden verschiedene Faktoren vermutet die zur Entstehung dieser Erkrankung führen können, auch eine Kombination dieser Faktoren ist denkbar. Einerseits kann ein erhöhter mechanischer Druck der Schneidezähne  eine Rolle spielen. Anderseits werden auch genetische Prädisposition (Robustpferderassen),  Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Cushing, sowie ein Calciumangel diskutiert.

Anzeichen

Da der Prozess unter dem Zahnfleisch abläuft und der sichtbare Zahnbereich noch gesund erscheint wird EOTRH oft erst spät bemerkt.

Erste Anzeichen können sein:

  • Geruch aus der Maulhöhle (durch vermehrte Futteransammlung an den Schneidezähnen)
  • Probleme beim Abbeißen harter Futtermittel (Möhren)
  • deutliche Zahnsteinbildung an den Schneidezähnen
  • Trinken von kaltem Wasser ist unangenehm (Kolikgefahr!)
  • Gerötetes + verdicktes Zahnfleisch, teilweise mit roten Punkten oder Eiterbläschen
  • Schmerzhaftigkeit beim Anfassen am Maul oder beim Auftrensen
  • Gewichtsabnahme
  • Im Umgang ruhiger als normal

Diagnose

Eine Verdachtsdiagnose ergibt sich teilweise schon aus dem klinischen Bild, um aber eine sichere Diagnose stellen zu können ist die Anfertigung von Röntgenbildern nötig.  Die Röntgenplatte wird dazu zwischen die Schneidezähne in die Maulhöhle gelegt. Dies ist im Allgemeinen nur unter einer Sedation möglich!

Die Röntgenbilder geben Auskunft über das genaue Ausmaß der Erkrankung  und tragen maßgeblich zur Entscheidung der Therapieform bei.

Therapie

Da es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt, sollten die Zähne und der Allgemeinzustand regelmäßig kontrolliert werden. Bei einer Verdachtsdiagnose bzw im Anfangsstadium von EOTRH, kann eine Kürzung der Schneidezähne zu einer Druckminderung und somit zur Entlastung beitragen. Eine Vit C Kur, eine Spülung mit Chlorhexidin und die Entfernung des Zahnsteins kann eventuell ein weiteres Voranschreiten verlangsamen. Die bereits vorhandenen Veränderungen sind aber nicht heilbar bzw. rückgängig zu machen.

Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung mit hochgradiger Schmerzhaftigkeit bleibt als Therapie zumeist nur eine Extraktion der betroffenen bzw aller Schneidezähne übrig. In vielen Fällen ist die Extraktion aller betroffenen Schneidezähne notwendig, um einen schmerzfreien Zustand zu erzielen. Nach abgeschlossener Wundheilung sind die Pferde wieder schmerzfrei und können sogar wieder Gras zupfen.

Quellen: Handbuch der Pferdepraxis

https://www.tierklinik-telgte.com/index.php/fachbereiche/zahnheilkunde/100-eotrh-equine-odontoclastic-tooth-resorption-and-hypercementosis.html

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